Alle (Vor-) Berichte zur Kirmes.

16. Sep, 2019

Unruhige Zeiten in den Traditionsgesellschaften

Von |2020-04-22T15:34:55+02:0016. September 2019|2019, Kirmes|

– Lantershofen feiert seine Lambertuskirmes nach personellen Fluktuationen –

Schützenfest und Lambertus-Kirmes im September, das ist für viele Lantershofener die schönste Zeit des Jahres. Ganz besonders für die Mitglieder der ausrichtenden Junggesellen-Schützen-Gesellschaft St. Lambertus und für deren Förderer, die Bürgervereinigung. Jetzt war es wieder soweit, am Montagmorgen fand mit dem Festkommers im Winzerverein eine der wenigen nichtöffentlichen Veranstaltungen des Festes, aber auch einer der Höhepunkte statt. Es war ein gediegener Morgen unter neuer Leitung: der Junggesellen-Vorsitzende und Hauptmann Tim Ley ist erst seit Mai im Amt. Er übernahm einen schwierigen Part, bei der Mitgliederversammlung in der Mainacht wurde fast der komplette Vorstand erneuert. Dazu sinkt die Zahl der Mitglieder, insbesondere fürs vereinseigene Tambourcorps mussten Ex-Mitglieder aus der Bürgervereinigung rekrutiert werden.

Majestät und Jubilar schreiten gemeinsam die Front ab, während der Hauptmann diese präsentiert. Foto: Thomas Schaaf

Majestät und Jubilar schreiten gemeinsam die Front ab, während der Hauptmann diese präsentiert. Foto: Thomas Schaaf

In stillem Gedenken und einer Kranzniederlegung wurde den verstorbenen Mitgliedern der Gesellschaft gedacht. Foto: Thomas Schaaf

In stillem Gedenken wurde den verstorbenen Mitgliedern der Gesellschaft gedacht. Foto: Thomas Schaaf

Schwierige Zeiten zeigen aber auch den tatsächlichen Wert einer Vereinigung. Im Dörfchen Lantershofen, das eine enge Freundschaft zu den Ahrweiler Schützen pflegt, klappt das. Da spielt dann ein Priester vom Studienhaus St. Lambert die Becken, ein Ex-Tambour trommelt die alte Garde zusammen, ein Neu-Junggeselle schnappt sich die Schwenkfahne und auch der Tambourmajor früherer Zeiten wurde reaktiviert. Vorweggenommen: all das funktionierte hervorragend.
Hauptmann Tim Ley war dennoch der Albtraum des „was wäre wenn“ begegnet, wie er berichtete. Was wäre, wenn die Kirmes nur ein Treffen an der Theke wäre, ohne die seit 1927 gelebten Traditionen? Das darf nie passierten. Ley fand sowohl mahnende, wie passende Worte. Regens Volker Malburg vom Studienhaus St. Lambert blickte da lieber nach vorne, er sprach die aktuell laufenden Feiern zu „1000 Lantesche Jahre“ an und sieht im Ort die Vielfalt in einem großen Ganzen. Der Kreisbeigeordnete MdL Horst Gies fühlt sich zu Lantershofen derart verbunden, dass er seinen Mitgliedsantrag zur Bürgervereinigung mitbrachte und Grafschaft-Bürgermeister Achim Juchem war sich sicher, dass die ARD-Filmserie Heimat aus den 1980er Jahre doch nur von Lantershofen handeln kann.

Häufig konnten Bewohner und Gäste den Festzug durch das Dorf marschieren sehen. Foto: Thomas Schaaf

Häufig konnten Bewohner und Gäste den Festzug durch das Dorf marschieren sehen. Foto: Thomas Schaaf

Zum Winzerverein folgen diesem dann auch die vielen Zuschauer. Foto: Thomas Schaaf

Zum Winzerverein folgen diesem dann auch die vielen Zuschauer. Foto: Thomas Schaaf

Zurück zu den unruhigen Zeiten in den Traditionsgesellschaften: der Bürgervereinigung-Vorsitzende Erich Althammer brachte die großen personellen Änderungen bei den Junggesellen auf die Tagesordnung, dankte alle denen, die sich seit Mai für die Kirmes stark machen. Auch Althammer erhielt Dank, die noch in einer Genossenschaft organisierten Lantershofener Winzer nutzten den Morgen, um ihn zu ihrem Ehrenpräsidenten zu ernennen. Und Lukas Knieps, Hauptmann der befreundeten Ahrweiler Junggesellen-Schützen, bot noch engere Zusammenarbeit und Personalaustausch an.

Natürlich wurden auch die Jubiläumsvorstände, stellvertreten durch ihren König, auf dem Festkommers geehrt. Foto: Thomas Schaaf

Natürlich wurden auch die Jubiläumsvorstände, stellvertreten durch ihren König, auf dem Festkommers geehrt. Foto: Thomas Schaaf

Die Begeisterung für den neuen kommissarischen Fähnrich der Schwenkfahne Martin Goldbach ist allen Anwesenden anzusehen. Foto: Thomas Schaaf

Die Begeisterung für den neuen Fähnrich der Schwenkfahne Martin Goldbach ist allen Anwesenden anzusehen. Foto: Thomas Schaaf

Grußworte und Gratulationen waren zudem von Ortsvorsteher Leo Mattuscheck und den Vertretern der weiteren Ahrweiler Schützengesellschaften zu hören, musikalisch brachten das Junggesellen-eigene Tambourcorps und die Fanfarenbläser ihre Gratulationen an Schützenkönig Markus Fabritius und dessen Onkel und Silberjubilar Stefan Fabritius zum Ausdruck. Sein Onkel Bruno Winand wäre Goldjubilar gewesen, erlebte das Jubiläum aber nicht. Dafür verriet Sohn Gregor, dass Bruno Winand anlässlich seines 25-jährigen Königsjubiläums seine eigene Königsplakette neu fertigen ließ. Das Original gab er den Junggesellen jetzt zurück. Schwenkfähnrich Martin Goldbach erhielt ebenso Ovationen, wie das Colonia Blasorchester, das musikalisch buchstäblich „auf jeden Pott einen Deckel“ hatte.

Majestät Markus Fabritius fühlt sich sichtlich wohl in Mitten "seiner" Brötchesmädchen. Foto: Thomas Schaaf

Majestät Markus Fabritius fühlt sich sichtlich wohl in Mitten “seiner” Brötchesmädchen. Foto: Thomas Schaaf

Gespanntes Lauschen beim Platzkonzert nach dem Hochamt am Kirmesmontag. Foto: Thomas Schaaf

Gespanntes Lauschen beim Platzkonzert nach dem Hochamt am Kirmesmontag. Foto: Thomas Schaaf

Der Festkommers war nicht öffentlich, aber an den Nachmittagen verfolgten im Ort viele Zuschauer die Stechschritt-Paraden der Lantershofener Junggesellen-Schützen. Das Kirmeswochenende begann offiziell am Sonntagmorgen mit dem Hochamt, bei dem die Lantershofener Chöre die Lambertus-Messe sangen. Am Mittag zogen Junggesellen mitsamt Spielmannszug und Blasorchester auf, um die Majestäten zur feierlichen Festandacht in die Lambertus-Kirche zu geleiten. Vor der Kirche präsentierte sich die Gesellschaft dann dem Publikum. Die Fanfarenbläser traten auf, Fähnrich Goldbach schwenkte die Fahne zu Ehren der Majestäten. Schließlich paradierte die komplette Gesellschaft vor Hunderten von Schaulustigen drei Mal im Stechschritt an den Königen vorbei. Dem anschließenden großen Festzug folgte am Abend im voll besetzten Saal des Winzervereins der Kirmesball mit der Band „De Fruende.“

Das Tambourcorps war früh am Montagmorgen auf den Beinen, um die Bevölkerung zu wecken. Dem Festgottesdienst folgte der Festkommers, ehe die Gesellschaft am Nachmittag erneut zu Fändelschwenken und Parade antrat. Am Abend fand schließlich der Königsball im Saal statt. Mit einem Trinkzug als Dank der Bevölkerung an die Junggesellen und einer Tanzveranstaltung endete am Dienstag die Lantershofener Lambertus-Kirmes.

17. Sep, 2018

„Traditionen, die von allen Generationen gelebt werden“

Von |2019-12-19T13:57:11+01:0017. September 2018|2018, Kirmes|

– Peter-Josef Schütz stiftete neue Hauptmannskette –

Nach dem Schützenfest samt neuem Schützenkönig Matthias Schopp stand mit der St. Lambertus Kirmes jetzt Teil zwei der Lantershofener Festwochen auf dem Programm. Kirmesauftakt war wie immer das sonntägliche Festhochamt, bevor nach einer Festandacht zahlreiche Lantershofener ins Ortszentrum zwischen Frumech und Brennerstraße strömten. Kein Wunder, findet doch hier seit Menschengedenken die Parade der Junggesellen-Schützen samt Fähndelschwenken statt – ein Publikumsmagnet. Bei musikalischer Begleitung durch das Tambourcorps der Junggesellen Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ sowie des „Colonia Blasorchesters“ paradierten die Schützen unter dem souveränen Kommando von Hauptmann Johannes Schütz im Stechschritt zu Ehren von Majestät Matthias Schopp und Silberjubilar Lothar Krämer. Spektakulär und artistisch war das Fähndelschwenken von Markus Fabritius, der die vielen Zuschauer mit überraschenden Drehungen und waghalsigen Würfen begeisterte. Abends galt es dann, beim obligatorischen Kirmesball im Winzerverein die Tanzfläche zu entern. Viel Zeit zur Rekonvaleszenz blieb nicht, denn schon in den Morgenstunden des Montags zog das Tambourcorps zum Wecken durch den Ort und kurz darauf versammelte man sich zum von Regens Dr. Volker Malburg und Subregens Philip Peters zelebrierten Festgottesdienst in der St. Lambertus Kirche.

Der Kirmesmontag beginnt mit einer feierlichen Messe. Foto: Thomas Schaaf

Der Kirmesmontag beginnt mit einer feierlichen Messe. Foto: Thomas Schaaf

In einem stillen Gedenken wurde ein Kranz für die gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden unserer Gesellschaft niedergelegt. Foto: Thomas Schaaf

In einem stillen Gedenken wurde ein Kranz für die gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden unserer Gesellschaft niedergelegt. Foto: Thomas Schaaf

Kirmesfeierlichkeiten seit 90 Jahren unverändert

Dem folgten Platzkonzert, Gefallenenehrung und Fähndelschwenken, bevor die Festgesellschaft aus Junggesellen und den Mitgliedern der Bürgervereinigung zum traditionellen Festkommers gen Winzerverein zog. Dort begrüßte Hauptmann Johannes Schütz die Gäste und erinnerte in seiner Festansprache an seinen Großvater Eduard Schütz, der den Ablauf der seit 1928 in praktisch unveränderter Form abgehaltenen Lantershofener Kirmes-Feierlichkeiten in der von ihm 1935 verfassten Festschrift „Meine Heimat – 2.000 Jahre Lantershofen“ niedergeschrieben hatte. „Tradition muss gelebt werden, junge Menschen müssen dahinter stehen, Werte von Generation zu Generation weitergegeben werden“, betonte Johannes Schütz, der nach Großvater Eduard Schütz und Vater Peter-Josef Schütz bereits der dritte Hauptmann der Familie ist. „Die Junggesellen Schützen-Gesellschaft hat auch heute noch jede Menge Faszination und Anziehungskraft und das wird auch so bleiben“, wagte Schütz einen Blick in die Zukunft und hob die Wichtigkeit der Schützen für das Dorfleben hervor. Regens Dr. Volker Malburg thematisierte anschließend die von ihm 2017 eingesegnete Schwenkfahne der Junggesellen-Schützen, die ihn auch mit König Matthias Schopp verbindet, der lange das Amt des Schwenkfähnrichs bekleidete. „Die Fahne steht auch dafür, das Engagement im Ort immer aufrecht zu erhalten und für eine Gemeinschaft, in der sich Menschen aufgehoben fühlen“, so Malburg. Ortsvorsteher Leo Mattuscheck unterstrich nicht nur die Schönheit von Lantershofen sondern auch dessen Lebendigkeit mit vielen Vereinen. Dazu rief er alle Lantershofener auf, sich aktiv am 1.000. Ortsjubiläum im kommenden Jahr zu beteiligen.

Peter-Josef Schütz stiftetet eine neue Kette für das Interimsschild des Hauptmanns. Foto: Thomas Schaaf

Peter-Josef Schütz stiftetet eine neue Kette für das Interimsschild des Hauptmanns. Foto: Thomas Schaaf

Hauptmann Johannes Schütz und Majestät Matthias Schopp lauschen den Fanfarenbläsern. Foto: Dirk Unschuld

Hauptmann Johannes Schütz und Majestät Matthias Schopp lauschen den Fanfarenbläsern. Foto: Dirk Unschuld

Eine besondere Überraschung

Eine ganz besondere Überraschung hatte Peter-Josef Schütz, der vor 30 Jahren Hauptmann der Junggesellen-Schützen war. Er erinnerte an seinen Vater Eduard Schütz, der 1928 als erster Hauptmann in die Geschichte der Gesellschaft einging und diese nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufbaute. 1971 stiftete Eduard Schütz eine Hauptmannsplakette die nun an einer von Peter-Josef Schütz gestifteten Hauptmannskette platziert wird. Die kunstvoll gestaltete Kette enthält alle Namen der bisherigen- und bietet Platz für kommende Hauptleute. Als Vertreter des Kreises Ahrweiler überbrachte der Beigeordnete Friedhelm Münch Grußworte. Auch die ländliche Gegend, so Münch, entwickle sich in der heutigen Zeit immer mehr zu einer reinen „Schlafstätte“. Für Lantershofen gelte dies nicht, denn dort würden sich zahlreiche Menschen für die Lebendigkeit des Dorfes einsetzen. „Auch die Junggesellen sorgen für den Erhalt der Traditionen. Und ein Blick hier in den Saal zeigt mir, dass dies in Lantershofen von allen Generationen gelebt wird. Ein Ort lebt nicht nur im hier und jetzt, sondern auch von dem, was die Altvorderen vorgegeben haben“, betonte Münch.

Nachmittags standen Platzkonzert und Parade auf dem Pogramm. Foto: Dirk Unschuld

Nachmittags standen Platzkonzert und Parade auf dem Pogramm. Foto: Dirk Unschuld

Die Mösche sind ein Garant für exzellente Marschierkünste und sorgen stets für gute Laune während der Kirmestage. Foto: Dirk Unschuld

Die Mösche sind ein Garant für exzellente Marschierkünste und sorgen stets für gute Laune während der Kirmestage. Foto: Dirk Unschuld

„Das Dorf zusammenhalten“

Bürgermeister Achim Juchem nahm den Gipsverband von Hauptmann Johannes Schütz zum Anlass für einen durchaus passenden Vergleich: „Der Gips hält genau wie die Junggesellen-Schützen das Dorf zusammen – und das seit vielen Jahrzehnten.“ Wie immer machten auch die Brudergesellschaften aus Ahrweiler in Person der Schützenkönige Peter Diewald und Lars Angsten, der Hauptleute Jürgen Knieps und Lukas Knieps sowie Peter Terporten von der Aloisiusjugend den Lantershofenern ihre Aufwartung. Trotz Unterschiede in Sachen äußerer Gestalt von Uniform und Königsvogel habe man viele Gemeinsamkeiten und eine verbindende Freundschaft, sagte Lukas Knieps, Jürgen Knieps erinnerte an das seit vielen Jahren etablierte Netzwerk zwischen Lantershofen und Ahrweiler. Beide Orte verbinde zudem ein ausgeprägter Bürgersinn, so Knieps. Als Vorsitzender der Bürgervereinigung Lantershofen ging Erich Althammer auf die enge Bindung zwischen Bürgern und Schützen ein. Zugleich lobte er die Leitung des Studienhauses St. Lambert: „Die Tore der „Burg“ waren noch nie so weit geöffnet wie heute. Dafür möchte ich Volker Malburg und Philip Peters ausdrücklich danken.“ Nachdem die Ortsvereine einen schmucken Ehrenteller an König Matthias Schopp übergeben hatten, spielte das Tambourcorps zu Ehren der Majestät, gefolgt vom Fähndelschwenken von Markus Fabritius.

Fähnrich der Schwenkfahne Markus Fabritius glänzte mit einer tollen Performance. Foto: Dirk Unschuld

Fähnrich der Schwenkfahne Markus Fabritius glänzte mit einer tollen Performance. Foto: Dirk Unschuld

Lantershofener und Ahrweiler Majestäten und Hauptleute freuen sich auf die Parade. Foto: Dirk Unschuld

Lantershofener und Ahrweiler Majestäten und Hauptleute freuen sich auf die Parade. Foto: Dirk Unschuld

„Ein unbeschreibliches Gefühl“

Schließlich war es an eben jenem Matthias Schopp, die letzte Festansprache des Kommers zu halten. Der neue Regent blickte auf seine bisherige Zeit bei den Junggesellen zurück, die bereits mit neun Jahren im Tambourcorps begann. Das spätere Amtieren im Vorstand sei intensiv gewesen und habe ihm viele wertvolle Erfahrungen gebracht. Das Gefühl jetzt König zu sein, „sei unbeschreiblich“. Natürlich wurden im Rahmen des Festkommers auch verdiente Persönlichkeiten geehrt: Matti Jüris, der vor 52 Jahren die Position des Hauptmannes übernahm und der Gesellschaft stets eng verbunden blieb, ebenso wie Michael Huff, der vor einem Vierteljahrhundert selbiges Amt innehatte und den Hauptmannsorden erhielt. Der Reigen der Königs-Jubilare bestand in diesem Jahr aus Thomas Schaaf (40 Jahre), Helmut Kuttig (30), Lothar Krämer (25), Karl-Heinz Schweinheim (20) und Thomas Hergarten (10). Wie immer sorgten die Brötchesmädchen für eine erstklassige Bewirtung der Kommers-Gäste. Nach erneuter Parade und Königsball wurde mit dem traditionellen Dienstags-Trinkzug das Ende der Kirmes eingeläutet.

Nachfolgend noch ein Video von der Band De Fruende, die auf unseren Ballveranstaltungen begeistern konnten.

21. Sep, 2009

Lantershofener feiern fröhlich Lambertuskirmes

Von |2018-09-13T22:50:15+02:0021. September 2009|2009, Bericht, Kirmes|

„Werteverfall“ ist heute der Feind der Lantershofener Schützen

Lantershofen, seine Junggesellen-Schützen und die Bürgervereinigung feierten am vergangenen Wochenende wieder eine rauschende Lambertuskirmes im seit 1928 festgelegten Rahmen und sparten dabei weder mit Lob auf die Feiern, noch mit Mahnungen, die Traditionen ernst zu nehmen.

Dabei brachte es der Hauptmann und Vorsitzende der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“, Andreas Althammer, beim Höhepunkt des Festes, dem Kommers am Montagmorgen auf den Punkt: „Wir begehen eine Tradition mit einer für Außenstehende unbegreiflichen Begeisterung.“ Kein Wunder, dass neben den Kirmesfeiern in Lantershofen am Montag nicht allzu viel passierte. Betriebe blieben geschlossen, schulpflichtige Spielleute des Tambourcorps waren für die Feiern bei ihren Schulen entschuldigt, Bürger und Junggesellen hatten Urlaub, Selbstständige machten frei. Alles wegen den Feiern zu Ehren des heiligen Lambertus mit den Majestäten, Schützenkönig Johannes Kappen und Silberjubilar Rolf Franzen.

Schon die Kleinsten probieren auf der Lantershofener Kirmes einmal, ob Opas Zylinder passt. “Zur Parade! Marsch”. Der 2. Offizier Martin Großgarten mit seinen “Mösche”. König Johannes Kappen (rechts) und Silberjubilar Rolf Franzen schreiten die Front ab. Martin Dünker schwenkt die Fahne zu Ehren der Majestät.

Ihnen galt beim Festkommers der erste Gruß des Hauptmanns, der dann zahlreiche Vertreter aus Kirche und Politik, Orts- und Partnervereinen begrüßen konnte. Andreas Althammer freute sich über den sehr guten Besuch bei den Veranstaltungen bis zum Kommers, und auch hier platzte Lantershofens gute Stube, der Saal des Winzervereins, aus allen Nähten. Gut 250 Gäste waren da, die Junggesellen-Schützen in ihren grünen Uniformen, Bürger und Gäste im schwarzen Anzug, viele mit Zylindern auf dem Kopf. Bestens versorgt mit belegten Brötchen und Wein wurden sie von rund 40 „Brötchesmädchen“ – den einzigen Damen im Saal.

Angeheizt wurde die ohnehin tolle Stimmung zwischen den zahlreichen Reden durch das Colonia Blasorcherster, Profis aus der Domstadt, deren Musikdarbietungen schon alleine das Kommen wert war. Trotz des vollen Hauses richtete Hauptmann Andreas Althammer mahnende Worte an die Gesellschaft. In früheren Jahren habe man die Traditionen trotz Schwierigkeiten wie Schießverbot, Marschverbot oder anderer Sanktionen aufrechterhalten. Heute sei der Feind der Werteverfall, die Waffe dagegen sei der feste Wille, an den Werten auf den Fahnen festzuhalten. Pastor Kurt Groß redete über die Werte „Frohsinn und Scherz“ und forderte die Gesellschaft auf, den Glauben und den Humor im richtigen Gleichgewicht zu halten. Dr. Michael Bollig, der Regens des Studienhauses St. Lambertus auf Burg Lantershofen, bezeichnete die „Burg“ als größtes Unternehmen im Ort, wo mehr als 100 Menschen leben und arbeiten – darunter derzeit 60 Studenten. Bollig freute sich, dass das Studienhaus heute voll in den Ort integriert ist. Er wies darauf hin, dass die ehemalige Schule, die sich im Besitz der „Burg“ befindet, gerade an den Ort übergeben wird, hier soll ein Gemeindehaus entstehen.

Gedenken an die Verstorbenen der Gesellschaft. Kranzniederlegung. Nach der Andacht beim Platzkonzert. Parade in einzelnen Abteilungen. Festzug durch das Dorf mit einer großen Zahl von “schwarzen Männern” mit ihren Zylindern.

Lantershofens Ortsvorsteher Leo Mattuscheck dankte für die Übergabe der Schule, eines von vielen Projekten, die in Lantershofen aktuell verwirklicht werden und wurden. Und der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem nahm das „Danke“ als Schlagwort für seine Grußworte: „Während andernorts bei den traditionellen Festen die Tische leer bleiben, hat man hier das Gefühl, am Saal müsse angebaut werden. Ein so prall gefüllter Saal an einem Montagmorgen ist mehr als ungewöhnlich.“ Derweil dankte der Vorsitzende der Lantershofener Bürger, Erich Althammer, den Junggesellen-Schützen für die Ernsthaftigkeit, mit der diese die viele Arbeit an Kirmes erledigen und für die große Einigkeit zwischen den Generationen im Ort. Hans-Georg Klein, der König der Ahrweiler Bürgerschützen, berichtete von den alten Grenzen zwischen Lantershofen und Ahrweiler und von den Freundschaften über diese Grenzen hinweg. Schließlich bekundete Lantershofens aktueller Schützenkönig Johannes Kappen, sein 24. Geburtstag, an dem er eine Woche vor der Kirmes die Königswürde errang, werde ein für ihn unvergessliches Erlebnis bleiben. Rolf Franzen, dem der Königsschuss vor 25 Jahren gelungen war, dankte den Junggesellen, dass sie es mit dem Brauchtum auch weiterhin ernst meinen. Der Festkommers war nicht öffentlich, aber an den Nachmittagen verfolgten im Ort viele Zuschauer die Paraden der Lantershofener Junggesellen-Schützen.

Hauptmann Andreas Althammer begrüßt die Festgäste im Saal des Winzervereins. Bürgermeister Achim Juchem zeigt sich von der Lantershofener Tradition begeistert. Begeisternde Supereinlage: Kölsche Alphornbläser vom Colonia-Blasorchester. Befreundete und gerngesehene Gäste aus der Nachbarstadt: Ahrweilers Hauptmann Wilhelm Busch und König Hans-Georg Klein (von rechts).

Die Lambertus-Kirmes Fest begann offiziell am Sonntagmorgen mit dem Hochamt. Sonntagmittag zog die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft dann feierlich auf. Spielmannszug und Blasorchester zogen mit Offizieren, Fähnrichen und der Infanterie durch den Ort, um die Majestäten zu Hause abzuholen und zur feierlichen Festandacht in die Lambertus-Kirche zu geleiten. Vor der Kirche präsentierte sich die Gesellschaft dann dem Publikum.

Fähnrich Martin Dünker schwenkt die Fahne König Johannes Kappen (rechts) und Silberjubilar Rolf Franzen (Mitte) mit Begleitern Werner Assenmacher, Martin Moitz, Hans-Peter Steinborn und Thomas Hergarten. Die Brötchesmädchen gratulieren dem König. Die Brötchesmädchen auf der berühmten Treppe.

Die Fanfarenbläser traten auf, der Fähnrich schwenkte die Fahne zu Ehren der Majestäten. Schließlich paradierte die komplette Gesellschaft drei Mal im Stechschritt an den Königen vorbei. Dem anschließenden großen Festzug folgte am Abend im Saal des Winzervereins der gut besuchte Kirmesball, zu dem die „Peanuts“ aufspielten. Höhepunkt der Feiern aber war der Kirmesmontag. Schon früh war das Tambourcorps auf den Beinen, um die Bevölkerung zu wecken. Dem Festgottesdienst folgte der Festkommers, ehe die Gesellschaft am Nachmittag erneut zu Fändelschwenken und Parade antrat. Am Abend fand schließlich der Königsball im Saal statt. Mit einem Trinkzug als Dank der Bevölkerung an die Junggesellen endete am Dienstag die Lantershofener Lambertus-Kirmes.

[Bilder und Texte mit Genehmigung von lantershofen.de]

22. Sep, 2008

Lambertus-Kirmes wird seit 1928 in gleicher Weise gefeiert

Von |2018-09-13T23:01:20+02:0022. September 2008|2008, Bericht, Kirmes|

Der große Festkommers im proppevollen Saal des Winzervereins war am Montagmorgen der Höhepunkt der Lantershofener Lambertus-Kirmes, die Junggesellen-Schützen und Bürger, angeführt von Schützenkönig Thomas Hergarten und Silberjubilar Hans-Peter Steinborn, von Sonntag bis Dienstag feierten. Der Kommers ist der Höhepunkt der Feierlichkeiten, die sich offiziell von Sonntag bis Dienstag hinziehen, hinter den Kulissen finden aber in Lantershofen schon in den Tagen zuvor zahlreiche interne Festlichkeiten statt.

Die Lantershofener Lambertuskirmes ist Treffpunkt für jung und alt und so mancher nimmt weite Anreise in Kauf, um dabei zu sein. Andreas Althammer, seit der Nacht zum 1. Mai neuer Hauptmann und damit Vorsitzender der Junggesellen-Schützen, freute sich, zum Kommers wieder mehr als 250 Gäste begrüßen zu können. Die Junggesellen-Schützen in ihren Uniformen und die Gäste im schwarzen Anzug, meist mit Zylinder, boten ein prächtiges Bild.

Althammer erinnerte in seinen Begrüßungsworten daran, dass die Kirmes in ihrer heutigen Form seit nunmehr 80 Jahren gefeiert wird – unterbrochen nur durch die Wirren des zweiten Weltkriegs. In den 80 Jahren hätten viele Generationen von Junggesellen die traditionellen Werte der Gesellschaft hoch gehalten und gelebt. Es sei immer ein starker Wille gewesen, durch den die Traditionen aufrechterhalten wurden. Gerade in Zeiten, in denen die Junggesellen-Schützen nur eine kleine Gemeinschaft waren, sei die Kameradschaft besonders stark gewesen. Und das müsse der Verein auch heute – bei mehr als 70 Mitgliedern – verinnerlichen und Kameradschaft und Freundschaft praktizieren. „Eintracht und Liebe“ stehen als Tugenden auf den Fahnen, aber auch „Arbeitsamkeit und Fleiß“.

Althammer erinnerte, dass die Junggesellen Schützen das ganze Jahr über mit Veranstaltungen und Zeltverleih versuchen, die Finanzierung der Lambertus-Kirmes sicherzustellen. „Religion und Tugend“ werden gelebt, die Kirmes wird zu Ehren des heiligen Lambertus gefeiert und beginnt mit dem Festhochamt. Und „Frohsinn und Scherz“ seien am leichtesten zu verwirklichen. Die Gesellschaft leiste daher auch weiter ihren Beitrag zur Dorfgemeinschaft. Pastor Kurt Gros ging nicht auf die Ausführungen es Hauptmanns ein. Ihn beschäftigte mehr die Renovierung der Lambertuskirche, zu der die Pfarrgemeinde rund 50.000 Euro aufbringen muss. Daher ließ Gros einen Zylinder durch den Saal wandern und warb um Spenden.

Festkommers am Montagmorgen im Saal des Winzerverein Lantershofen. Foto: JSG Lantershofen

Festkommers am Montagmorgen im Saal des Winzerverein Lantershofen. Foto: JSG Lantershofen

Dr. Michael Bollig, der Regens des Studienhauses St. Lambert, freute sich dagegen, dass es eine so tief verwurzelte Kultur, verbunden mit den Traditionen, in Lantershofen gibt. „Hier tragen die älteren Bürger die Jugendlichen mit, es wird Generationen übergreifend gefeiert.“ Auch der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem freute sich, dass die Traditionen in Lantershofen auf viele Schultern verteilt seien. Schützenkönig Thomas Hergarten gegenüber, der im Grafschafter Rathaus arbeitet, kündigte Juchem an, ihn im Jahr seiner Regentschaft nur noch mit „Majestät“ anzusprechen.

„Mehr als 100 junge Menschen betreuen die Kirmesveranstaltungen“, so der Hinweis von Ortsvorsteher Leo Mattuscheck, der diesen und allen, die zum Fest beitragen, dankte. Und auch der Vorsitzende der Lantershofener Bürgervereinigung, Erich Althammer, fand Dankesworte in viele Richtungen. Die Bürgervereinigung unterstützt die Junggesellen-Schützen in ihrer Arbeit. Entstanden ist sie in den 1950er Jahren, berichtete der ehemalige Hauptmann Otto Krämer. Als die Junggesellen bei der Austragung ihres Königsvogelschießens noch keine Unterstellmöglichkeiten hatten, baute man ein Zelt. Goldjubilar Josef Drodten, der 1958 Lantershofener Schützenkönig war, nähte die Zeltplane, zur Finanzierung und Unterstützung wurde am Kirmesfest gesammelt, das war der Anfang der Bürgervereinigung.

Grußworte an die Majestäten überbrachten zudem die Lantershofener Vereine sowie Abordnungen der Schützengesellschaften aus Ahrweiler. Musikalisch gratulierte das vereinseigene Tambourcorps, Fähnrich Martin Dünker begeisterte mit seinen Fähigkeiten an der Schwenkfahne. Für den guten Ton und stimmungsvolle musikalische Begleitung sorgte das Colonia Blasorchester. War der Festkommers nicht öffentlich, so verfolgten im Ort viele Zuschauer die Paraden der Lantershofener Junggesellen am Sonntag und Montag.

Das traditionsreiche Fest begann offiziell am Sonntagmorgen mit dem Hochamt. Sonntagmittag zog die Junggesellen-Schützen-Gesellschaft dann feierlich auf. Spielmannszug und Blasorchester zogen mit Offizieren, Fähnrichen und der Infanterie durch den Ort, um die Majestäten zu Hause abzuholen und zur feierlichen Festandacht in die Lambertus-Kirche zu geleiten. Vor der Kirche präsentierte sich die Gesellschaft dann dem Publikum. Die Fanfarenbläser traten auf, der Fähnrich schwenkte die Fahne zu Ehren der Majestäten. Schließlich paradierte die komplette Gesellschaft drei Mal im Stechschritt an den Königen vorbei. Dem anschließenden großen Festzug folgte am Abend im Saal des Winzervereins der gut besuchte Kirmesball, zu dem die „Peanuts“ aufspielten.

Höhepunkt der Feiern aber war der Kirmesmontag. Schon früh war das Tambourcorps auf den Beinen, um die Bevölkerung zu wecken. Dem Festgottesdienst folgte der Festkommers, ehe die Gesellschaft am Nachmittag erneut zu Fändelschwenken und Parade antrat. Am Abend fand schließlich der Königsball im Saal statt. Mit einem Trinkzug als Dank der Bevölkerung an die Junggesellen endete am Dienstag die Lantershofener Lambertus-Kirmes.